| Bauvorhaben: | Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus als Teil eines Ensembles
im Dorfkern Altgorbitz, Hofwiesenstraße 28 in 01169 Dresden
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| Fertigstellung: | September 1996 |




| Bauherr: | GbR Schumann und Kurth |
| Planungsumfang: |
Komplette Instandsetzung und Umnutzung des Gebäudes |
| Ergebnis: | Erhalt des wertvollen Denkmalbestandes und Nutzung als Pension mit Gastraum, Nutzfläche: 193 m² |
| - Erstellung der Bestandsunterlagen
- Leistungsphasen 1 bis 9 nach HOAI
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Das kleine Fachwerkhaus wurde vor ca. 200 Jahren als Tagelöhnerkate in einfachster
Bauweise errichtet. Zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme befand sich das leerstehende
Gebäude durch jahrzehntelange unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen in einem sehr
schlechten Zustand und war vom Voreigentümer zum Abriß vorgesehen.
Fassade und Architektur:
- denkmalgerechte Instandsetzung der Fassade und des Fachwerkes, Neuaufbau des Fachwerkes
am Westgiebel aus geborgenem Altholz, Aufarbeitung der vorhandenen Sandsteingewände der
Fensteröffnungen, Einsatz von Holzfenster mit historischer Teilung, Kellenglattputz
- Komplettabriß des vorhandenenen, nicht erhaltungswürdigen Anbaus und Wiedererrichtung
zur Vergrößerung der Nutzfläche als harmonisch angefügter Anbau mit der historischen
Schleppdachkonstruktion.
- Dachdeckung in sächsischer Bieberschwanzdeckung aus geborgenen Altziegeln,
Liegerinne Titanzink,
- der Innenausbau erfolgte in weitestgehend originaler Gestaltungsform,
Fußboden im Gast- und Frühstücksraum aus handgestrichenen Ziegeln, die Treppen vom
EG zum I.OG sowie von den Wohn- zu den Schlafräumen aus handgebürstetem Massivholz,
sichtbar belassene Deckenbalken in den Gast- und Pensionsräumen, individuelle
Einzelanfertigung der Möbelierung im Gast- und Frühstücksraum, ortstypische
Gestaltung der Außenanlagen, Anlegen eines kleinen Bauerngartens
Gebäudekonstruktion:
- Fundamentunterfangung zur nachträglichen Unterkellerung des Anbaus für Sanitärräume,
Einbau von Stahlstützen und Stahlunterzügen zur Lastabfangung für die Vergrößerung
der Räume im Erdgeschoß
- konstruktive Reparatur, Ausstausch und Verstärkung der Holzkonstruktionen
des Fachwerks, der Decken und der Dachkonstruktion
- konstruktive Maßnahmen zur Vergrößerung der Raumhöhen
Funktion des Gebäudes:
- durch eine völlige Neuordnung der Grundrisse wurden zweckmäßige, aber dennoch
dem Stil des Hauses angepaßte Nutzungsmöglichkeiten geschaffen.
- im neu hergestellten Kellergeschoß des Anbaus wurde zusätzliche Fläche für die
zeitgemäßen Toilettenanlagen der Gastwirtschaft gewonnen
- im Erdgeschoß befinden sich neben dem Gastraum mit Theke im ländlichen Stil
für ca. 35 Personen der Frühstücksraum für den Beherbergungsbetrieb sowie eine
kleine funktionelle Küche
- in der I. Etage und im Dachgeschoß sind zwei Maisonett-Appartements mit modernen
Sanitärbereichen und das Büro mit Personal-WC und Dusche untergebracht.
Haustechnik:
- komplette Erneuerung der Haustechnik auf hohem Niveau, mit Lüftungsanlage für
Gasträume, Küche und WC-Räume
- moderne zentrale Warmwasserheizung mit Gaskessel
- moderne Beschallung mit individuell regelbaren Lautsprechern in den
Gast- und Toilettenräumen sowie den Bädern der Appartements
Bauphysikalische Maßnahmen:
- Trockenlegung des Gebäudes und Beseitigung der Nässeschäden
- Umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der völlig ungenügenden Wärmedämmung durch
innere Vorsatzschalen und Fußbodendämmung sowie eine Vollsparrendämmung
- Verbesserung des Brand- und Schallschutzes durch Einbau einer
Holz-Beton-Verbundkonstruktion in den Decken der Gasträume
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