| Bauvorhaben: |
Denkmalgeschütztes Forsthaus Talstraße 26 in 01816 Bahratal |
| Fertigstellung: | Sommer 1999 |




| Bauherr: | Staatshochbauamt Radeberg |
| Planungsumfang: |
Komplette Instandsetzung, Modernisierung und Umnutzung des Wohn- und Verwaltungsgebäudes
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| Ergebnis: | - Büros und Nebenräume 365 m² Nutzfläche |
| - Erstellung der Bestandsunterlagen
- Leistungsphasen 1 bis 8 nach HOAI
- Mitwirkung bei der Beantragung von Fördermitteln
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Das heutige Forstamt im OT Markersbach ist ein wertvolles Einzeldenkmal und wurde gegen 1900 als Wohn- und
Verwaltungsgebäude auf einem Wiesengrundstück errichtet. Das zweistöckige, aufwendig gestaltete Haus bildet
mit mehreren Wirtschaftsgebäuden eine geschlossene Hofanlage. Auf jeder Etage befand sich zum Zeitpunkt der
Bestandsaufnahme eine abgeschlossene Nutzungseinheit, deren Grundrisse nicht der geplanten Nutzungsänderung
als reines Verwaltungsgebäude entsprachen. Das Dachgeschoß war nur teilweise ausgebaut. Die ausgewogenen
Gestaltung des Gebäudes wurde kaum durch bauliche Veränderungen beeinträchtigt; die äußere Hülle, vor allem
aber alle Ausbauelemente bedurften dringend einer Instandsetzung oder Erneuerung.
Die konstruktiven Bauteile waren aber grundsätzlich gut erhalten und bedurften nur partieller Auswechselung.
Fassade und Architektur:
- Wiederherstellung der Krüppelwalm-Dachkonstruktion sowie der ursprünglichen Traufaus-bildung; Neufestlegung der
vermutlich nachträglich angebrachten Holzverkleidung
- denkmalgerechte Neueindeckung mit roter "sächsischer" Bieberschwanz-Doppeldeckung mit
ausgebildeten Kehlen und Liegerinne aus Titanzink, Rückbau der zahlreichen Dachfenster
- die Klinkersichtverblendung der Fassade wurde gereinigt und wasserabweisend, aber diffusionsoffen behandelt
- Aufarbeitung des Natursteinsockels und der Sandsteingewände, Fenster und Türen wurden entsprechend
Befund weiß, die sichtbaren Holzkonstruktionen braun behandelt
- im Gebäudeinneren wurde das Treppenhaus weitestgehend in den Originalzustand versetzt; ein vorhandener
wertvoller Kachelofen wurde als Schmuckelement erhalten
Funktion des Gebäudes:
- im EG und im 1.OG wurden durch Grundrißänderungen moderne Büroräume für 4 Revierförster einschließlich
Beratungs- und der erforderlichen Sanitär und Versorgungsräume geschaffen,
- Teilausbau des vormals wohnwirtschaftlich genutzten Dachgeschoß als Archiv mit zusätzlichem Sanitärraum
- Wiederherstellung der Großzügigkeit des Treppenhauses
- Abstellflächen, auch für Müll, wurden in den vorhandenen Nebengebäuden geschaffen
Gebäudekonstruktion:
- Entfernung von Wandteilen zur neuen Grundrißgestaltung
- Wiederherstellung der ursprünglich vorhandenen Krüppelwalm-Dachkonstruktion
Haustechnik:
- komplette Erneuerung der Haustechnik und Anpassung an die geplante Nutzung
- Ölzentralheizung; mit Wasserspeicher für alle Warmwasserabnehmer mit moderner Regeltechnik
Bauphysikal. Maßnahmen:
- Trockenlegung des Gebäudes
- Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmedämmung durch Dämmung der Decke zum Dachgeschoß sowie
des Erdgeschoßfußbodens, zusätzlich erfolgt im ausgebauten Teil des
Dachgeschoß eine Wärmedämmung; eine Innendämmschale der Außenwände war aus Kostengründen nicht vorgesehen;
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